Gufidaun

Gufidaun, Fraktion von Klausen

Sicherlich muss man zugeben, dass man „Gufidaun“ dem Comic-Land von Walt Disney zuordnet, wenn man lediglich den Namen hört und zudem nicht zu den Südtirol-Kennern zählt. Doch wer Gufidaun mit Walt Disney in Verbindung bringt, liegt absolut daneben. Es handelt sich bei Gufidaun nämlich um einen kleinen Ort im Südtiroler Eisacktal, welcher als Fraktion zur Gemeinde Klausen gehört.

Gufidaun liegt auf einer Höhe von 734 Metern über dem Meeresspiegel. Das Ortsgebiet erstreckt sich über sieben Hügel, sodass ab und zu auch schon einmal etwas von dem „Ort der sieben Hügel“ gelesen werden kann. Auf Italienisch wird Gufidaun „Gudon“ genannt. Der Name Gufidaun hatte sich von „Cubidunes“ zu dem heutigen Ortsnamen weiterentwickelt. Cubidunes wurde der Ort in den urkundlichen Dokumenten genannt. Anhand dieser Dokumente ist belegt, dass Gufidaun auf eine lange und beachtliche Geschichte zurückblicken kann; der Ort wurde nämlich schon im 10. Jahrhundert – im Jahr 950 – erstmals urkundlich erwähnt. Heute hat Gufidaun etwa 500 Einwohner.

Sehenswürdigkeiten

Obwohl es sich bei Gufidaun um einen relativ kleinen Ort innerhalb der Südtiroler Bezirksgemeinschaft Eisacktal handelt, sind hier einige Sehenswürdigkeiten vorzufinden. Daher lohnt sich ein Besuch von Gufidaun auch dann, wenn man seinen Urlaub in der näheren Umgebung verbringt.

Schloss Summersberg

„Schloss Summersberg – privat“, so steht leider am Eingang des Schlosses, welches sich direkt in Gufidaun befindet. Von daher kann das Schloss von den Besuchern heute nicht mehr besichtigt werden. Doch von außen verbreiten die alten Mauern schon eine Art von Nostalgie.

Das Schloss Summersberg hat seinen Namen vom Geschlecht der Summersberger erhalten, welches schon im Jahr 1202 erstmals erwähnt wurde. Zum Schloss gehört das Palas und der runde Turm, welche nach 1329 von dem Gerichtsherrn Georg von Villanders errichtet wurde. Der runde Turm wird auch „Hexenturm“ bezeichnet. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts hatten über eine Dauer von 200 Jahren die Grafen von Wolkenstein das Gericht inne.

Dass es hier einen „Hexenturm“ gibt, kommt nicht von ungefähr. Schließlich konnte im 15. und 16. Jahrhundert Gufidaun als das Zentrum der Hexenverfolgung bezeichnet werden. Zahlreiche Prozesse und Hinrichtungen gab es hier, bei denen nicht nur als Hexen verurteilte Frauen hingerichtet wurden. Auch Mitglieder der politisch-klerikalen Gruppe der Wiedertäufer wurden hier hingerichtet (s. auch: Hexenprozesse im Schlerngebiet).

Der Tiroler Sagenforscher Ignaz Vinzenz Zingerle hatte Schloss Summersberg im Jahr 1880 erworben und dieses wird noch heute von dessen Nachfahren bewohnt.

Koburg

Am Ortsrand von Gufidaun ist die Koburg, eine Mitte des 14. Jahrhunderts erbaute Burg, zu finden. Ein Blitzschlag löste im Jahr 1571 einen Brand aus und zerstörte die Koburg nahezu vollständig. Nachdem die Koburg in der Folgezeit wieder aufgebaut bzw. instand gesetzt wurde, wurde ihr ihr heutiges Aussehen gegeben.

Leider befindet sich die Koburg, genau wie das Schloss Summersberg, in Privatbesitz und kann daher nicht besichtigt werden. Besitzer sind die Nachfahren von Professor Tobias von Wildauer, der die Koburg bereits im Jahr 1883 erworben hatte. In den Jahren von 1523 bis 1814 befand sich die Koburg im Besitz der Familie Mayrhofen.

Pfarrkirche zum Heiligen Martin

Ebenfalls im Zentrum von Gufidaun ist die Pfarrkirche zu finden, welche dem Heiligen Martin geweiht wurde. Die Kirche wurde im Jahr 1280 erstmals erwähnt. Ihr heutiges Aussehen hat die Kirche jedoch erst im 15. Jahrhundert erhalten.

Dorfmuseum

Wer einmal einen Exkurs in die Vergangenheit machen und erfahren möchte, wie die Leute in der damaligen Zeit gelebt haben, der sollte sich das Dorfmuseum Gufidaun ansehen. Das Dorfmuseum befindet sich in einem alten, aber renovierten Haus im Dorfzentrum und wurde im Jahr 2000 eröffnet. In dem Museum wurde volkstümliches Kulturgut zusammengetragen und wird nun für die Besucher zugänglich gemacht. Hier kann sich der Besucher in das bäuerliche und dörfliche Leben der Vorfahren bestens hineinversetzen. Weitere Informationen können unter: Dorfmuseum Gufidaun nachgelesen werden. Das Haus, in dem das Dorfmuseum untergebracht ist, war einst das Pflegerhaus. Hier wohnte schon im Jahr 1834 der Verwalter des Fürsten von Gufidaun, der sogenannte Pfleger.

Ansitz Hohenhaus

Beim Ansitz Hohenhaus handelt es sich um ein Gebäude, welches einen mittelalterlichen Baukern vorweist. Dieses Gebäude diente einst den Herren von Gufidaun als Amtshaus. In den Jahren von 1618 bis 1828 besaßen die Grafen von Wolkenstein das Hohenhaus, welches zu jener Zeit als Gerichtssitz diente.

Heute gehört das Gebäude der Stadtgemeinde Klausen, welches es zu den verschiedensten Zwecken verwendet.

Turmwirt, Gerichtsschreiberhaus

In der Nähe des Schlosses befindet sich ein alteingessenes Wirtshaus, der Turmwirt. Schon seit dem Jahr 1878 werden hier die Gäste kulinarisch verwöhnt. Wer die Gelegenheit hat, den Turmwirt zu besuchen, sollte diese wahrnehmen. In der Gaststube können Fresken, welche im Jahr 1907 von Hugo Atzwanger geschaffen wurden, bestaunt werden. Die Wandmalereien an der Außenfassade des Gasthauses stammen aus dem Jahr 1835 und wurden von Josephus Nusbaumer geschaffen.

Das Haus selbst blickt allerdings auf eine noch längere Geschichte zurück. Dieses wurde im Jahr 1678 als Gerichtsschreiberhaus von Johann Paul Schenk gebaut.

Gufidaun und der Tourismus

Eine wichtige Einnahmequelle der Einwohner von Gufidaun ist heute der Tourismus. Und so haben Urlauber eine reiche Auswahl an Quartieren, die – je nach zur Verfügung stehendem Urlaubsbudget – von einfachen Pensionen bis hin zu gehobenen Hotels reichen.

Wer also nach Gufidaun kommt, um hier Urlaub zu machen, findet nicht Mickey Mouse vor, sondern einen Ort, welcher alles versucht, seine Gäste mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten zu verwöhnen. Die traumhafte Südtiroler Umgebung und die kulinarischen Köstlichkeiten tragen sicherlich einen wesentlichen Teil zu einem gelungenen, erholsamen Urlaub bei.

Patenschaft

Gufidaun hat eine Patenschaft mit Schwarzenbruck in Mittelfranken/Bayern. Schon am Ortseingang werden die Besucher hierauf mit einem Ortsschild aufmerksam gemacht. Im Ort befindet sich ebenfalls an einer Hauswand eine Erinnerungstafel, welche zur zehnjährigen Patenschaft im Jahr 1981 (Patenschaft von 1971 bis 1981) gefertigt wurde.

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