Villnöß

Die Gemeinde Villnöß im Villnösser Tal, Südtirol

Die Gemeinde Villnöß befindet sich im gleichnamigen Villnösser Tal in Südtirol. Diese Gemeinde mit ihren Ortschaften (Fraktionen) ist vor allem für den Fremdenverkehr ein bedeutendes und beliebtes Urlaubsziel zahlreicher Erholungssuchender. Die hohen, unverkennbaren Dolomitenzacken und die sich darunter erstreckenden Hochalmen und Weinhänge stehen für höchsten Berggenuss in einer nahezu unberührten Natur, welche beste Bedingungen liefert, den Alltagsstress hinter sich zu lassen.

Geographische Lage

Das Villnösser Tal (teilweise auch Villnößtal oder Villnöß bezeichnet) ist ein Seitental des Eisacktals. Damit liegt die Gemeinde auch innerhalb der Südtiroler Bezirksgemeinschaft Eisacktal. Das Villnösser Tal erstreckt sich in ost-westlicher Richtung östlich des Eisacktals und befindet sich nördlich vom Grödner Tal. Der „Eingang“ ins Villnösser Tal und damit zur Gemeinde Villnöß befindet sich nördlich der Stadt Klausen.

Nördlich wird das Villnösser Tal von den Gipfeln der Peitlerkofelgruppe, südlich von der Geislergruppe begrenzt.

Das Gemeindegebiet von Villnöß erstreckt sich von einer Höhe von 535 Metern bis auf eine Höhe von 3.025 Metern über dem Meeresspiegel. Das Zentrum der Gemeinde liegt auf einer Höhe von 1.132 Metern über dem Meeresspiegel. Insgesamt hat das Villnösser Tal eine Länge von etwa 24 Kilometer.

Zur Gemeinde Villnöß – auf Italienisch: Funes – gehören die Fraktionen Coll, St. Jakob, St. Magdalena, St. Peter, St. Valentin und Teis, wobei St. Peter der Hauptort der Gemeinde ist.

Die Geschichte von Villnöß

Dass die Gegend hier schon vor sehr langer Zeit besiedelt wurde, zeigt die lange Geschichte, welche von der Gemeinde bekannt ist. Auch wenn aus der vorgeschichtlichen Zeit nur wenig bekannt ist, konnte erforscht werden, dass das Gebiet bereits ab etwa 5000 vor Christus für den Ackerbau und die Viehzucht genutzt wurde. Einfache Hütten dienten den Menschen, die hier sesshaft wurden, als Unterkunft.

Auffallend ist, dass die vorgeschichtlichen Funde allesamt an der Sonnenseite gefunden wurden. Damit haben sich die Menschen schon früher die südliche Ausrichtung zunutze gemacht, die sich hier niederließen.

Der Name „Villnöß“ erscheint erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1058 nach Christus, wenngleich der Name der Gemeinde noch in unterschiedlichen Schreibweisen (z. B. Volnes, Valnes oder Volnez) auftaucht. Man geht davon aus, dass der Name „Villnöß“ aus dem Ladinischen – der dritten Landessprachen, die hier gesprochen wird –kommt und seinen Ursprung in „Villes nöes“, was „neue Weiler“ bedeutet, hat.

Die deutsche Sprache hat sich in Villnöß Anfang des 16. Jahrhunderts durchgesetzt, als zahlreiche bajuwarische Einwanderer in diese Gemeinde kamen.

Heute hat die Gemeinde Villnöß etwa 2.600 Einwohner, wobei mit knapp 98 Prozent die deutsche Sprachgruppe die mit Abstand größte Sprachgruppe darstellt. Knapp zwei Prozent haben italienisch, und nur 0,32 Prozent Ladinisch als Muttersprache. Aufgrund ihrer einmaligen Lage und umringt von den traumhaften und von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannten Dolomiten ist der Fremdenverkehr heute der wichtigste und bedeutendste Wirtschaftszweig für die Gemeinde.

Sehenswertes in der Gemeinde Villnöß

Kirche Sankt Magdalena

Die Kirche Sankt Magdalena befindet sich in der gleichnamigen Fraktion St. Magdalena – wird vom Volksmund auch „in Berge" bezeichnet – im hinteren Talbereich des Villnösser Tals auf einer Höhe von 1.339 Metern über dem Meeresspiegel. Geht es nach einer Sage, wurde das Mirakelbild der Heiligen Magdalena vom Fopal-Bachl nach einem Unwetter angeschwemmt. An der Stelle, an der das Mirakelbild gefunden wurde, wurde die Kirche errichtet. Die kleine Statue, welche angeschwemmt worden sein soll, ist noch heute in der Kirche zu sehen.

Hinweis: Von St. Magdalena aus kann man interessante Berg- und Wandertouren starten. Die Zanser Alm befindet sich beispielsweise in der näheren Umgebung.

Pfarrkirche Sankt Peter

Die Pfarrkirche in der Fraktion St. Peter gehört auch zu den Sehenswürdigkeiten des Villnösser Tals. Das Gotteshaus befindet sich im Zentrum des Ortes und ist in Relation zur Ortsgröße relativ groß. Der Glockenturm hat eine stolze Höhe von 65 Metern, weshalb die Kirche oftmals auch „Dom im Tale“ bezeichnet wird.

Die Pfarrkirche Sankt Peter wurde Ende des 18. Jahrhunderts errichtet und im Jahr 1801 den Aposteln Peter und Paul geweiht.

Ansitz Ranuihof

Am Ausgang des Villnösser Tales ist der Ansitz Ranuihof zu finden. Dabei handelt es sich um einen sehr alten Hof, der auf eine lange Geschichte zurückblickt. Schon im 14. Jahrhundert – konkret im Jahr 1370 – wurde der heutige Ansitz Ranuihof erwähnt. Damals wurde der Hof noch „Rumenuye“ bezeichnet.

Auf dem Ansitz ist ein Kachelofen vorhanden, auf dem die Namen Michael und Barbara Jenner zu lesen sind. Zugleich findet sich hier die Zahl 1685; dies ist eine Jahreszahl. In diesem Jahr haben die aus Klausen stammenden Bergherren von Jenner den Hof zu einem Jagdschlösschen umgebaut.

Heute wird der Ansitz Ranuihof wieder als bäuerliches Anwesen genutzt. Im Flur des Gebäudes sind im ersten Obergeschoss einige volkstümliche Wandgemälde zu bestaunen, die Szenen aus der Jagd und Küchenszenen zeigen. Auch sind einige Ornamente zu sehen. 1983 wurden die Fresken restauriert.

Kirche Sankt Johann

Die St. Johann-Kirche in Ranui in Villnöß mit den im Hintergrund aufragenden Geislerspitzen ist eines der bekanntesten Fotomotive und Werbebilder, die man im Zusammenhang mit Südtirol, dem beliebten Urlaubsland im nördlichen Teil von Italien, kennt.

Die Kirche befindet sich nicht weit vom Ansitz Ranuihof (etwa 100 Meter) entfernt und wurde noch auf dem Grund des Ansitzes erbaut. Das Gotteshaus – wird teilweise auch St. Johann in Ranui bezeichnet – wurde dem Heiligen Johannes Nepomuk geweiht.

Die Kirche wurde, wie eine Inschrift verrät, von Michael Jenner im Jahr 1744 erbaut und am 24.07.1950 unter Denkmalschutz gestellt. Da Michael Jenner allerdings zur Erbauungszeit nicht mehr am Leben war (ist bereits im Jahr 1723 verstorben), geht man davon aus, dass der „richtige“ Bauherr Joseph Anton Jenner ist, der aus Pietätsgründen den Namen von Michael Jenner verwendete. Bei Joseph Anton Jenner handelt es sich um einen Vetter der Enkelin von Michael Jenner.

Naturparkhaus Puez-Geisler

In Villnöß (Adresse: Trebich 1, I-39040 Villnöß) befindet sich das Naturparkhaus Puez-Geisler.

Da der im Jahr 1978 gegründete Naturpark Puez-Geisler sprichwörtlich vor der Haustüre von der Gemeinde Villnöß liegt und von hier aus auch ein optimaler Zugang zum Naturpark gegeben ist, hat sich dieser Standort für das Naturparkhaus als optimal dargestellt.

Im Naturparkhaus erhalten die Besucher diverse Informationen über den Naturpark Puez-Geisler.

Der Eintritt in das Naturparkhaus ist frei. Geöffnet hat das Naturparkhaus von dienstags bis samstags. Sonntags, montags und an Feiertagen ist das Naturparkhaus Puez-Geisler geschlossen. In den Monaten der Hochsaison – Juli und August – gelten erweiterte Öffnungszeit; hier wird das Naturparkhaus auch sonntags geöffnet.

Mitglied in Alpine Pearls

Bei Villnöß handelt es sich um eine Perle der Alpen. Die Gemeinde ist Mitglied von „Alpine Pearls“; dies ist eine im Jahr 2006 gegründete Organisation, die sich für nachhaltige und innovative Angebote im Tourismus einsetzt und zugleich eine sanfte Mobilität garantiert. Diese sanfte Mobilität garantiert den Gästen, dass die Ziele in der umliegenden Bergwelt der Dolomiten sanft-mobil und ohne Kosten erreicht werden können. Hierfür steht die DolomitiMobil Card zur Verfügung, mit der man nicht nur innerhalb der Gemeinde Villnöß, sondern in ganz Südtirol mit öffentlichen Verkehrsmitteln mobil ist. In Vollnöß erfahren die Gäste also, dass ein Urlaub ganz bequem ohne dem eigenen Auto zu keinen Einschränkungen führt.

Wanderung durch das Villnösser Tals

Man hat nicht nur die nahegelegene Geislergruppe für Wanderungen in diesem Gebiet zur Verfügung. Empfehlenswert ist auch eine Wanderung durch das Dolomitental Villnöß, zumal dieses Tal noch relativ ursprünglich ist. Eine Wanderung beginnt in der Fraktion Teis, wo man vom Ortszentrum zunächst den Weg Nr. 11 folgt.

Zunächst führt der Wanderweg durch ein kleines Waldstück. Nachdem man ein steileres Wegstück bewältigt hat, führt der Weg relativ eben dem Talverlauf entlang nach St. Valentin, wo man die St. Valentin-Kirche mit dem Christopherus-Fresko an der Außenwand bewundern kann. Von St. Valentin geht es weiter nach St. Peter, dem Hauptort der Gemeinde Villnöß. Dieser Ort lädt mit seinen zahlreichen Einkehrmöglichkeiten zur Rast ein.

Von St. Peter geht es schließlich über den „Sunnseitnweg“ weiter bis nach St. Magdalena im Talschluss, wo man dann direkt auf die Villnösser Geisler zuwandert und dieses unverwechselbare Dolomitenpanorama genießen kann.

Wussten Sie, dass…

  • die Bergsteigerlegende Reinhold Messner aus der Gemeinde Villnöß kommt und auch Ehrenbürger dieser Gemeinde ist?
  • die Gemeinde Villnöß (Fraktion Teis) eine Gemeindepartnerschaft mit Winkelhaid im Nürnberger Land (Bayern) pflegt?

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