Schloss Garnstein

Das Schloss Garnstein im Tinnetal

Innerhalb der Südtiroler Bezirksgemeinschaft Eisacktal befindet sich etwa zehn Kilometer nördlich der Stadt Klausen auf dem Weg zwischen Latzfons und dem Tinnetal das Schloss Garnstein. Hierbei handelt es sich um ein Schloss, welches an einer relativ abgelegenen und wenig befahrenen Straße liegt und daher zu den eher unbekannteren Schlössern Südtirols zählt. Teilweise wird das Schloss Garnstein auch als „Schloss Gernstein“ bezeichnet bzw. vor Ort ausgeschildert. Auf Italienisch wird das Schloss Garnstein „Castello di Gernstein“ bzw. „Castel Tina“ bezeichnet.

Das Schloss Garnstein befindet sich auf einem schmalen und zugleich hohen Bergrücken. Der Zugang zu der Schlossanlage ist ausschließlich über die Nordseite möglich. Durch die Erbauung auf dem Bergrücken, der steil an allen Seiten – bis auf die Nordseite – ins Tinnetal abfällt, wirkt das Schloss mächtig und pompös.

Die Erbauung erfolgte an diesem Platz, wo der Tinnebach und der Weißenbach zusammenfließt, da im Mittelalter über mehrere Jahrhunderte das Tinnetal eine bedeutende Grenze zwischen den Herrschaftsgebieten der Brixner Fürstbischöfe einerseits und den Fürstbischöfen von Trient andererseits war. In der Nähe des Schlosses liegt zudem das Pfunderer Bergwerk, in dem einst für die Brixner Fürstbischöfe wertvolles Silber abgebaut wurde.

Der Geschichte von Schloss Garnstein

Das Schloss Garnstein wurde um die Jahrhundertwende vom 12. in das 13. Jahrhundert erbaut. Erbauer waren die Ministeralien des Bistums Brixen, die den Namen „Garre“ trugen, worauf der heutige Name des Schlosses zurückgeht. Die erste Erwähnung des Schlosses erfolgte im 12. Jahrhundert; damals wurde das Gemäuer „Garrenstein“ bezeichnet. Von der Familie Garre ist das Schloss an die Herren von Voitsberg und im Jahr 1356 an die Brixner Fürstbischöfe übergegangen. Die Fürstbischöfe von Brixen haben das Schloss an die Herren von Villanders als Pfandschaft übergeben.

An dem mächtigen Gemäuer nagte im 16. Jahrhundert der Zahn der Zeit, sodass die Burganlage zur Ruine verfallen ist. In diesem Jahrhundert kam es zu mehreren Besitzerwechseln.

Im Jahr 1880 kaufte die Burg der preußische Generalleutnant Friedrich von Gerstein-Hohenstein. Anlass des Kaufes war, dass Friedrich von Gerstein-Hohenstein eigene historische Wurzeln zu der Burg aufgrund der Namensähnlichkeit sah. Diese gab es – bis auf die Namensähnlichkeit – jedoch nicht.

Der neue Besitzer ließ das Schloss nahezu vollständig im neugotischen Still errichten, wobei damals nur einige Grundmauern erhalten geblieben und im neuen Bau berücksichtigt wurden.

Die italienische Besatzungsmacht hatte das Schloss im Jahr 1919 als deutsches Eigentum beschlagnahmt.

Heute (bereits seit dem Jahr 1970) befindet sich das Schloss Garnstein im Privatbesitz und kann daher leider nicht besichtigt werden.

Die Anfahrt zum Schloss Garnstein

Um zum Schloss Garnstein mit dem Auto zu kommen, kann man direkt von Klausen die Pucher Straße nehmen. Dieser Straße folgt man dann direkt bis zum Schloss.

Ebenfalls kann man von Feldthurns weiter nach Latzfons fahren. Latzfons verlässt man in Richtung Tinnetal, wo die Straße dann ebenfalls am Schloss Garnstein vorbeiführt.

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