Milland, eine Fraktion der Bischofsstadt Brixen im Südtiroler Eisacktal

Milland ist eine Fraktion der Stadt Brixen im Eisacktal in Südtirol.

Der Ort befindet sich etwa 3,5 Kilometer südlich der Stadt Brixen. Westlich von Milland fließt der Eisack, der dem Südtiroler Eisacktal seinen Namen gegeben hat. Östlich von Milland befindet sich die Plose, der Hausberg von Brixen. Dieser Berg ist im Winter als beliebtes Skigebiet – das Skigebiet Plose – bekannt und lockt jährlich in der Wintersaison zahlreiche Wintersportler an.

Von den knapp 23.000 Einwohner, welche die Stadt Brixen mit ihren Fraktionen zählt, leben etwa 4.500 Einwohner in Milland. Milland – auf Italienisch: „Millan“ – liegt auf einer Höhe von 660 Metern über dem Meeresspiegel.

Geschichtsträchtiger Stadtteil und Urlaubsort

Schon im Jahr 893 wurde Milland urkundlich erwähnt. Damit erscheint der heutige Stadtteil der Stadt Brixen bereits acht Jahre vor der erstmaligen urkundlichen Erwähnung der Stadt selbst (die erstmalige urkundliche Erwähnung von Brixen geht auf das Jahr 901 zurück) in Urkunden, die von der langen Historie Milliands zeugen.

Milland kann zwar auf eine extrem lange – auf eine mehr als 1.100 Jahre lange – Geschichte zurückblicken. Verglichen mit den weiteren Gemeinden von Südtirol, welche noch wesentlich früher entstanden sind, ist Milland dann doch relativ spät entstanden. Dies hängt damit zusammen, dass es sich beim Brixner Talkessels um sumpfiges Auland gehandelt hat, was eine Besiedlung eher schwierig gestaltete.

Bis zum Jahr 1928 war Milland eine eigenständige Gemeinde (die Gemeinde Milland-Sarns) und wurde dann Stadtteil/Fraktion der Bischofsstadt Brixen.

Der kontinuierliche Anstiegt der Einwohnerzahl von Milland – heute wohnt etwa jeder vierte Einwohner von Brixen in Milland – führt dazu, dass sich der Ort flächenmäßig immer mehr ausdehnt und damit mit der Stadt Brixen auch immer mehr zusammenwächst.

Die Nähe zum Stadtzentrum von Brixen, das nur etwa 3,5 Kilometer von Milland entfernt und damit auch bequem zu Fuß zu erreichen ist und die alpinen Möglichkeiten, welche die Plose bietet, machen Milland zu einem beliebten Urlaubs- und Ferienort. Ebenfalls kann Milland als Wallfahrtort bezeichnet werden, da sich hier die Wallfahrtskirche Maria am Sand befindet.

Die zwei Gotteshäuser von Milland

In Milliand gibt es mit der Wallfahrtskirche Maria am Sand und mit der Josef-Freinademetz-Kirche zwei Gotteshäuser.

Wallfahrtskirche Maria am Sand

Das ältere Gotteshaus der beiden Kirchen, die sich in Milland befinden, ist die Wallfahrtkirche Maria am Sand. Die Kirche, welche sich auf einer erhabenen Position in Milland findet, wurde um die Jahrhundertwende ins 14. Jahrhundert erbaut. Größere Veränderungen erfuhr die Kirche durch Umbaumaßnahmen, die im 15. Jahrhundert vorgenommen wurde. Ein Gewölbe des Langhauses, ein Spitzbogenportal und ein Turm führten zu einem stark veränderten Erscheinungsbild der Kirche.

Als die Pest im 17. Jahrhundert wütete und zahlreiche Opfer brachte, wurde das Gotteshaus stark frequentiert. Die Menschen suchten Hilfe vor dem schwarzen Tod; in diesem Zusammenhang kam es zu der Auffassung „Maria am Sand ist die Stärkste im ganzen Land“.

Das Kircheninnere wurde im 18. Jahrhundert barockisiert. Bei einem Besuch der Kirche sollte der Hochaltar besondere Beachtung finden. Der schwarze Hochaltar zeigt das Gnadenbild Unsere Liebe Frau. Die Brixner Bischöfe Ingeniun und Albuin sind als Skulpturen dargestellt.

Josef-Freinademetz-Kirche

Das zweite Gotteshaus in Milland ist die Pfarrkirche, welche dem Heiligen Josef Freinademetz – dem bekannten Chinamissionar – geweiht wurde. Die Kirche zeigt sich als moderner Kirchenbau, welche zeltformartig errichtet wurde. Aus dem zeltartigen Kirchenbau sticht der Kirchturm, der spitz und hoch in den Himmel ragt, hervor.

Erbaut wurde die Pfarrkirche Hl. Josef Freinademetz in den Jahren 1984/1985.

In einer Ausstellung im Untergeschoss der Kirche wird das Leben des Heiligen Josef Freinademetz gezeigt.

Sehenswertes in Milliand

Neben den zwei Kirchen hat Milland noch weitere Sehenswürdigkeiten, welche bei einem Aufenthalt ebenfalls besichtigt werden sollten.

Ansitz Karlsburg

Beim Ansitz Karlsburg handelt es sich um das einzige Gebäude, welches noch von den Franzosen stammt. Dieses Gebäude – der ehemalige Meierhof Karlsburg – wurde im Jahr 1810 während der Koalitionskriege nicht zerstört.

Karlspromenade

Die Karlspromenade verbindet die Stadt Brixen mit Milland und verläuft an der östlichen Talseite. Die Promenade hat ihren Namen von Kaiser Karl I. erhalten, der diese Route gerne nutze, um sich in der Privatklinik von Otto von Guggenberg aufzuhalten.

Im Laufe der Zeit ist die Karlspromenade verfallen, was auch auf den Bau des Stromkraftwerks zurückzuführen ist. Jedoch ist die Gemeindeverwaltung wieder bemüht die Promenade herzustellen.

Wer einen Spaziergang von Milland nach Brixen unternehmen möchte, dem wird die Karlspromenade empfohlen.

Der Sänger Max von Milland

Der Künstler „Max von Milland“ hat in seinem Künstlernamen seinen Heimatort aufgenommen. Maximilian Hilpold, so der bürgerliche Name, singt und produziert seine Lieder im Südtiroler Dialekt und ist so weiter über die Grenzen seines Heimatlandes bekannt geworden.

Max von Milland gibt Konzerte im deutschsprachigen Raum (neben Südtirol auch in Deutschland, Schweiz, Österreich) und hat auch so manchen Fernsehauftritt vorzuweisen.

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