Mühlbach

Gemeinde Mühlbach im Eisacktal in Südtirol

Die Gemeinde Mühlbach befindet sich in Südtirol innerhalb der Bezirksgemeinschaft Eisacktal. Mühlbach liegt an der östlichen Grenze des Eisacktals und stellt damit einen Übergang in die Bezirksgemeinschaft Pustertal dar. Beim Gemeindegebiet Mühlbach ist die Mündung des Valler Baches.

Zur Gemeinde Mühlbach gehören die Fraktionen Meransen, Spinges und Vals. Die italienische Bezeichnung von Mühlbach lautet „Rio di Pusteria“.

Nordöstlich von Mühlbach befindet sich das Tauferer Ahrntal. Die Gemeinde Franzensfeste liegt in einer Entfernung von etwa zehn Kilometern westlich, die Gemeinde Natz-Schabs etwa sieben Kilometer südlich von Mühlbach. Die Bischofsstadt Brixen, welche zugleich Sitz der Südtiroler Bezirksgemeinschaft Eisacktal ist, liegt etwa elf Kilometer ebenfalls südlich von Mühlbach.

Mühlbach liegt auf einer Höhe von 770 Metern über dem Meeresspiegel.

Allgemeines zu Mühlbach

Die Gemeinde Mühlbach hat insgesamt knapp 3.200 Einwohner (Stand 31.12.2021: 3.193 Einwohner). Während in Mühlbach selbst etwa 1.400 Einwohner leben, haben die Fraktionen Meransen 950, Vals knapp 600 und Spinges etwa 300 Einwohner vorzuweisen.

Mühlbach liegt im Haupttal der Rienz, welches im Ortsgebiet von Mühlbach nahezu vollständig vom Ort selbst und den Verkehrslinien (Pustertaler Staatsstraße, Bahnlinie) genutzt wird. In Richtung Norden und Süden, wo sich die Fraktionen Meransen (nordwestlich von Mühlbach) und Spinges (südwestlich von Mühlbach) befinden, weitet sich die Landschaft. Diese zwei Fraktionen liegen auf den sonnigen Höhen von Hochflächen.

Der Ortsname „Mühlbach“ entstand durch die zahlreichen Mühlen, die es hier einst gab. Die Mühlen mit ihrer Wasserkraft haben über Jahrhunderte hinweg die Wasserräder angetrieben, welche für die Müller und Schmieden benötigt wurden.

Das Siedlungsgebiet von Mühlbach ist herkömmlich gewachsen. Die Gegend von und um Mühlbach hat sich in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten aufgrund des Fremdenverkehrs – insbesondere aufgrund des hier befindlichen Skigebietes Gitschberg – stark verändert. So haben diverse und doch intensivere Bautätigkeiten dem einst traditionellen Ortsbild mit seinen eng beieinander liegenden Häusern ihren ursprünglichen Charme genommen.

Das Valler Tal, in dem sich die gleichnamige Fraktion Vals befindet, gehört zum Gemeindegebiet von Mühlbach. Das Valler Tal erstreckt sich bis in die Pfunderer Berge.

Geschichtliches zu Mühlbach

Erstmals wurde Mühlbach etwa zur Mitte des 11. Jahrhunderts erwähnt. Im Jahr 1269 wurde Mühlbach das Marktrecht verliehen.

Das Gebiet der heutigen Gemeinde Mühlbach und die Umgebung wurde schon sehr früh von den Menschen als Siedlungsgebiet entdeckt und als solches auch genutzt. Die Besiedlungsgeschichte reicht damit deutlich weiter in die Vergangenheit zurück als die erste urkundliche Erwähnung zur Mitte des 11. Jahrhunderts.

Als die Aushubarbeiten für das unterirdische Gemeindearchiv vorgenommen wurden, wurden Funde einer schon sehr frühen Besiedlung entdeckt. Vermehrt wurden in Mühlbach prähistorischen Funde dokumentierten, welche aus der frühen römischen Kaiserzeit – 1. Jahrhundert nach Christus – stammen. Man geht davon aus, dass es in der Nähe der heutigen Pfarrkirche zur Heiligen Helena einst eine spätantike Nekropole – eine Stadt für die Toten – gab.

Nachdem die römische Siedlungstätigkeit geendet hatte, wurde Mühlbach zunächst aufgelassen und erst wieder im Mittelalter für die Besiedlung genutzt.

Die Pfarrkirche zur Heiligen Helena (s. unten) wurde über lange Zeit hinweg von der Pfarre Rodeneck betreut. Daher wird angenommen, dass Mühlbach früher einmal zur Muttergemeinde Rodank-Rodeneck gehörte.

Der Marktplatz von Mühlbach und die Märkte

Heute spielt sich das öffentliche Leben vor allem am Marktplatz, der zugleich der Kirchplatz der Pfarrkirche zur Heiligen Helena ist, ab. Hier sind gastronomische Außenbereiche, in denen sich Einheimische und Gäste vor allem bei schönem Wetter gerne aufhalten. Hier finden im Jahresverlauf auch zahlreiche Veranstaltungen statt.

Was die Märkte von Mühlbach betrifft, kann die Gemeinde ebenfalls auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. So gab es im ausgehenden 13. Jahrhundert hier jährlich am 15. April den Helena-Markt, am 10. August den Laurentius-Markt und am 01. November den Allerheiligen-Markt.

Nachdem in der Zeit von 1525 bis 1787 für Mühlbach eine Zeit ohne Märkte war, wurde ab dem Jahr 1787 am 15. und 16. Dezember der jährliche Viehmarkt veranstaltet.

Ab dem 19. Jahrhundert gab es wieder zahlreiche Märkte. Im Jahr 1929 wurden mit dem Sebastiani-Markt, dem Georgi-Markt, dem Michaeli-Markt und dem Kathrain-Markt und einen weiteren Markt am 07. März insgesamt fünf Märkte im jährlichen Veranstaltungskalender gezählt.

Heute können Einheimische und Besucher den Wochenmarkt besuchen, der von Ostern bis Oktober immer donnerstags stattfindet.

Die Pfarrkirche zur Heiligen Helena

Eine der größten Sehenswürdigkeiten von Mühlbach ist die Pfarrkirche zur Heiligen Helena.

Schon im Jahr 1277 wurde die Pfarrkirche zur Heiligen Helena erstmals urkundlich erwähnt, was die lange Historie, welche mit dem Gotteshaus verbunden ist, eindrucksvoll zeigt. In der Anfangszeit wurde die Kirche von der Pfarre Rodeneck betreut. Im Jahr 1533 erhielt Mühlbach dann mit Spinges gemeinsam einen eigenen Pfarrer.

Von der Kirche haben die Langhausmauern und auch Teile des Kirchturms einen romanischen Ursprung. Der Kirchturm, wie er sich heute noch zeigt, erhielt sich Aussehen durch bauliche Maßnahmen im Jahr 1595. Eine Erweiterung erfuhr die Kirche im 17. Jahrhundert durch den Anbau eines Seitenschiffes.

Im Jahr 1821 erhielt die Pfarrkirche eine Chorempore und wurde zugleich entgotisiert.

Die zahlreichen Umbaumaßnahmen, welche in der Kirche vorgenommen wurden, führten dazu, dass die ursprünglichen Fresken leider nur noch teilweise vorhanden sind. Die Fresken stammen aus der Brixner Schule etwa aus der Zeit des Beginns des 16. Jahrhunderts.

Im Jahr 1977 wurde die Kirche letztmals vergrößert bzw. erweitert; die Weihung dieser Kirchenerweiterung fand am 22.05.1977 statt.

Die traditionelle Prozession, mit der die Heiligen Helena – die Kirchenpatronin der Pfarrkirche – gefeiert wird, findet jährlich am ersten Sonntag nach dem 18. August statt.

Direkt neben der Pfarrkirche befindet sich die Kapelle St. Florian. Die Floriankapelle stammt aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert und zeigt sich im gotischen Stil. Bei der Floriankapelle handelt es sich um ein zweigeschossiges Kirchengebäude. Als die Kapelle renoviert wurde, kam eine Vielzahl an Münzen, Statuen und Inschriften zum Vorschein, welche aus der Römerzeit stammen. Auch viele übereinanderliegende Skelette wurden im Zuge der Renovierungsarbeiten entdeckt.

Die Mühlbacher Klause

Jeder, der Mühlbach über die Pustertaler Staatsstraße (SS 49) in Richtung Osten (Pustertal) verlässt, fällt das prägnante Bauwerk an der linken Straßenseite auf. Hierbei handelt es sich um die Mühlbacher Klause.

Bei der Mühlbacher Klause handelt es sich heute um eine Burgruine und ist eine von insgesamt zwei Klausen, die es hier einmal gegeben hat. Die heute noch vorhandene Klause wurde von Herzog Sigismund von Tirol um das Jahr 1460 erbaut und diente als Grenzposten. Als der letzte Graf von Görz verstorben ist, wurde die Festung als Grenzposten nicht mehr benötigt. Das Gemäuer diente damals dann als Festung, Zollstation und Straßensperre.

Der Mühlbacher Stausee

In unmittelbarer Nähe zur Mühlbacher Klause befindet sich – auf der anderen Straßenseite – der Mühlbacher Stausee. Der Stausee dient der Stromerzeugung. Dies erfolgt durch die Stauung der Rienz in diesem See.

Die Anfänge des Mühlbacher Stausees waren im Jahr 1940, als die faschistischen Machthaber den See anlegen ließen, um dem damals steigenden Energiebedarf gerecht zu werden bzw. diesen zu decken.

Der Mühlbacher Stausee hat eine Fläche von etwa 26 Hektar und ist an der tiefsten Stelle etwa 18 Meter tief. In dem See ist ein Fischbestand, der vor allem aus Bachforellen und Regenbogenforellen besteht.

Weitere Artikel zum Thema: