Spinges, eine Fraktion der Südtiroler Gemeinde Mühlbach, Eisacktal

Spinges ist eine kleine Ortschaft im Eisacktal in Südtirol. Der Ort ist eine Fraktion der Gemeinde Mühlbach, die sich an der Grenze bzw. am Übergang zum Pustertal befindet.

Auch wenn es sich bei Spinges um einen relativ kleinen Ort handelt, blickt dieser auf eine lange und bewegte Geschichte zurück und hat sich vor allem aufgrund der hier ausgetragenen Kämpfe gegen die Franzosen in die Geschichtsbücher eingetragen.

Heute ist der beschauliche Ort vor allem ein Urlaubsort, in dem Erholungssuchende Ruhe und Entspannung finden und zugleich zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten haben, welche das Südtiroler Eisacktal, aber auch das angrenzende Pustertal bietet. Spinges hat etwa 300 Einwohner (Stand 31.12.2021: 306 Einwohner), womit etwa jeder zehnte Einwohner der Gemeinde Mühlbach (diese zählt insgesamt etwa 3.200 Einwohner) in Spinges wohnt.

Als Hausberg von Spinges gilt der Gitschberg mit einer Höhe von 2.510 Metern über dem Meeresspiegel.

Die geographische Lage von Spinges

Spinges liegt auf einer Höhe von 1.174 Metern über dem Meeresspiegel.

Mühlbach, dem Spinges gemeinderechtlich angegliedert ist, liegt etwa vier Kilometer in nordöstlicher Richtung. Aicha (eine Fraktion der Gemeinde Natz-Schabs) liegt etwa vier Kilometer in südwestlicher Richtung von Spinges. Während Mühlbach im engen Tal der Rienz und am Übergang ins Pustertal liegt, weitet sich die Landschaft auf den sonnigen Höhen, auf denen Spinges (und auch Meransen, ebenfalls eine Fraktion der Gemeinde Mühlbach) liegt.

Am Außenrand der Spingeser Terrasse befindet sich eine Wiesenkuppe. Dieses Gebiet ist als Banngebiet ausgewiesen und wird Denkmalbühel (Denkmalbichl) bezeichnet, da sich auf diesem Bühel auch das Heldendenkmal befindet (s. unten).

Die Bischofsstadt Brixen, die zugleich der Sitz der Südtiroler Bezirksgemeinschaft Eisacktal ist, befindet sich etwa zwölf Kilometer in südlicher Richtung und ist mit dem Pkw in etwa einer Viertelstunde zu erreichen.

Die Pfarrkirche zum Heiligen Rupert

In der Dorfmitte von Spinges befindet sich die Pfarrkirche, welche dem Heiligen Rupert geweiht wurde. Aufgrund der Lage in Spinges und der Höhe des Kirchturms, welcher die umliegenden Bauten deutlich überragt, handelt es sich bei der Pfarrkirche zum Heiligen Rupert um das ortsbildbestimmende Gebäude.

Die Pfarrkirche wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut. Der Bau der Kirche geht auf das Vorhaben von Bartholomäus von Gufidaun zurück, der schon im Jahr 1443 dem Heiligen Ruprecht und Bartholomäus ein Gotteshaus widmen wollte. Bis die Kirche errichtet wurde, sollte es jedoch noch einige Jahre dauern. Erst im Jahr 1450 wird vom Bau der Kirche berichtet.

Die ursprünglich im spätgotischen Stil errichtete Kirche wurde Im Jahr 1780 gotisiert.

An der Außenwand der Kirche ist der Heilige Christophorus zu sehen. Die Deckengemälde stammen aus dem Jahr 1780 und wurde von Johann Mitterwurzer geschaffen. Die Kirchenfenster zeigen Katharina von Lanz (s. unten: Mädchen von Spinges), wie sie den Ansturm der Franzosen mit einer Heugabel abwehrt.

Die Schlacht bei Spinges und das Mädchen von Spinges

Die Schlacht von Spinges ist eines der bedeutendsten Ereignisse des Ortes, das in den Geschichtsbüchern für die nachfolgenden Generationen eingetragen ist. Der Ort wird immer im Zusammenhang mit dieser Schlacht aus dem Jahr 1797 erwähnt.

Bei der Schlacht von Spinges handelt es sich um eine bedeutende Schlacht der Tiroler Freiheitskämpfe, die gegen die französischen Truppen geführt wurden.

Bei den Freiheitskämpfen, welche in Spinges vonstattengingen, hat sich vor allem Katherina Lanz hervorgetan. Den Erzählungen nach hat Katharina Lanz – die heute auch „Mädchen von Spinges“ bzw. „Jeanne d´Arc Tirols“ genannt wird – die anstürmenden Franzosen an der Seite der Tiroler Bauern mit einer einfachen Heugabel bekämpft und in die Flucht geschlagen.

Wer heute Spinges besucht, kann ein Denkmal, das „an den glorreichen Sieg bei Spinges am 02.04.1797 erinnert (wie auf dem Denkmal zu lesen ist), besuchen. Das sogenannte „Heldendenkmal“ befindet sich inmitten von grünen Wiesen und erinnert unter anderem auch an die Gefallenen in diesem bedeutungsvollen Kampf.

Die Heilig-Grab-Kapelle

Nahe der Pfarrkirche befindet sie die Heilig-Grab-Kapelle. Für deren Erbauung hat sich der Kurat Georg Stocker eingesetzt, dessen sterbliche Überreste bei der Bodenrenovierung in der Pfarrkirche zum Heiligen Rupert zum Vorschein kamen.

Die Heilig-Grab-Kapelle wurde im Jahr 1685 von Kurat Georg Stocker errichtet, der die Idee zur Errichtung der Kapelle nach einer Pilgerfahrt in Jerusalem umgesetzt hatte. Die Kapelle wurde nach dem Erbauungsstil der Kirchen, die der Pfarrer in Jerusalem besichtigt hat, errichtet. Daher weist die Kapelle orientalische Stilelemente auf.

Ölbergkapelle

Die Ölbergkapelle wurde am Ölberg von Spinges, umgeben von Föhren, errichtet. Gerade in den Sommermonaten spenden die Föhren reichlich Schatten und kühle Luft und laden damit die Menschen, die zu dem kleinen Gotteshaus pilgern, zum Rasten ein.

Die Ölbergkapelle wurde im Jahr 1866 mit einem hölzernen Dachreiter und Tonnengewölbe errichtet.

Spinges – ein Urlaubsort im Südtiroler Eisacktal

Wer seinen Urlaub in Spinges und damit in der Gemeinde Mühlbach verbringt, der kann einige Tage der Entspannung und der Ruhe genießen. Der Ort liegt inmitten von grünen Almenwiesen und damit inmitten einer traumhaften Natur.

Trotz der Ruhe und Abgeschiedenheit des Ortes sind zahlreiche Ziele im Eisacktal, aber auch im angrenzenden Pustertal schnell zu erreichen. Von daher können unzählige Wandertouren gestartet werden, wenn man sein Urlaubsdomizil in diesem Ort aufschlägt.

Natürlich kann man von Spinges aus auch schöne Wanderungen zur bzw. auf der Spingeser Am und zur Anratter Hütte unternehmen. Die Anratter Hütte wurde im Jahr 2010 von den Lesern der Zeitung „Dolomiten“ zur schönsten Almhütte Südtirols gewählt.

Spinges ist ein Urlaubsort sowohl für Sommer- als auch Winterurlauber. Im Winter ist das naheliegende Skigebiet Gitschberg-Jochtal schnell zu erreichen.

Naherholungszone Bunker

In der Naherholungszone Bunker in Spinges ist ein Spielplatz erreichtet. Dieses Gebiet von Spinges kam deshalb zu dem Namen „Bunker“ da sich hier tatsächlich ein Bunker befindet. Wer sich den Bunker ansehen möchte, kann zirka 100 Stufen in die Tiefe steigen und sich die Gänge und Räume mit den noch teilweise vorhandenen Kampfstellungen für schwere Maschinengewehre und ein Fliegerabwehrgeschütz ansehen. Die Räume haben eine Gesamtfläche von etwa 500 Quadratmetern.

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