St. Andrä, Brixen

St. Andrä, eine Fraktion der Bischofsstadt Brixen

Südöstlich der Bischofsstadt Brixen im Südtiroler Eisacktal befindet sich St. Andrä. Der Ort ist eine Fraktion von Brixen, liegt auf einer Höhe von 960 Metern über dem Meeresspiegel und erstreckt sich am Sonnenhang der Plose östlich des Eisacks.

Auf Italienisch wird St. Andrä „S. Andrea“ bezeichnet.

St. Andrä – der Ort wird von den Einheimischen oftmals „St. Anders“ genannt – hat etwa 1.500 Einwohner. Zu St. Andrä gehören die Ortsteile Mellaun, Klerant, Karnol, Plabach, Rutzenberg und St. Leonhard.

In St. Andrä befindet sich auch der Aufstieg zum Würzjoch; das Würzjoch ist die Verbindung des Eisacktals mit dem (ladinischen) Gadertal.

Geschichte von St. Andrä

Wie mit nahezu allen Ortschaften im Südtiroler Eisacktal ist auch mit St. Andrä bereits eine sehr lange Geschichte verbunden. So wurde die örtliche Pfarrei schon im Jahr 1174 erstmals urkundlich in einer Schenkungsurkunde erwähnt.

Während der Zeit des Faschismus und der Italienisierung war es verboten, die einheimischen Kinder auf Deutsch zu unterrichten. Aufgrund dieses Umstandes wurden Katakombenschulen errichtet, in denen den Kindern dennoch – heimlich – ein deutscher Unterricht erteilt wurde. Solche Katakombenschulen wurden auch auf vielen Bauernhöfen in St. Andrä eingerichtet.

Bis zum Jahr 1941 war St. Andrä eine eigenständige Gemeinde und wurde dann der Stadt Brixen angegliedert, wovon sie heute noch eine Fraktion ist.

St. Andrä pflegt seit dem Jahr 1979 eine Partnerschaft mit Marquartstein im Landkreis Traunstein (Deutschland, Oberbayern).

Pfarrkirche zum Heiligen Andreas

Prägend für das Ortsbild von St. Andrä sind die im Ortszentrum befindliche Pfarrkirche und die direkt daneben liegende Maria-Hilf-Kapelle. Bei den beiden Gotteshäusern befindet sich auch der Friedhof von St. Andrä.

Die Pfarrkirche ist dem Heiligen Andreas geweiht und wurde bereits als Gotteshaus im Jahr 1177 erwähnt. Damit zählt die Kirche zu den ältesten Gotteshäusern in dieser Gegend.

Die einst im romanischen Stil erbaute Kirche wurde im Jahr 1459 in den spätgotischen Stil umgebaut und im 18. Jahrhundert barockisiert.

Das romanische Mauerwerk, die Apsis und der Kirchturm stammen aus dem späten 15. Jahrhundert. Die Stuckdecke und die Barockfresken stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Johann Baptist Oberkofer hat das Hochaltarbild gefertigt, das St. Peter und St. Andreas zeigt. Die Kirchenuhr auf der Außenfassade wurde von Jakob Jennewein gemalt; von ihm stammen auch die Deckenmalereien im Inneren der Kirche.

Im Jahr 1930 wurde die Pfarrkirche umfangreich renoviert.

Maria-Hilf-Kapelle

In unmittelbarer Nähe zur Pfarrkirche befindet sich die Maria-Hilf-Kapelle. Hierbei handelt es sich um einen achteckigen Kuppelbau, welcher im Jahr 1696 errichtet wurde. Zuvor stand an diesem Platz eine hochmittelalterliche Kapelle.

Neben der Pfarrkirche und der Maria-Hilf-Kapelle gehören zur Pfarrgemeinde St. Andrä die St. Johannes-Kirche in Mellaun, die St. Nikolaus-Kirche in Klerant und die St. Johannes d. Täufer-Kirche und die Kirche in St. Leonhard.

Hofrat Professor Vinzenz Goller

Dem aufmerksamen Besucher wird eine Gedenktafel in St. Andrä auffallen, mit der an Hofrat Professor Vinzenz Goller erinnert wird. Hierbei handelt es sich um einen Komponisten, der als Sohn eines Lehrers am 09.03.1873 in St. Andrä geboren wurde.

Nachdem er im nahe gelegenen Kloster Neustift als Geiger, Kantor und Organist ausgebildet wurde, besuchte er in den späteren Jahren die Kirchenmusikschule in Regensburg. Nach dem Abschluss seines Studiums ging er nach Wien und hatte dort den Auftrag, die Kirchenmusikabteilung der Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst zu errichten.

Im Ersten Weltkrieg wurde Vinzenz Goller an der Dolomitenfront eingesetzt, nachdem er sich freiwillig zu den Standschützen meldete. 1919, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Kriegsgefangenschaft, ging er nach Wien zurück und nahm die Lehrtätigkeit auf.

Im Jahr 1941 wurde sein damaliger Wohnsitz, das Stift Klosterneuburg, aufgehoben. Dies war der Grund dafür, dass er in den Lungau zog und dort die kirchenmusikalische Arbeit in den Diözesen Klagenfurt und Salzburg aufbaute. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam er in seine Heimatstadt Brixen zurück und lebte hier bei seinem Bruder Pius.

Vinzenz Goller verstarb am 11.09.1953 in St. Michael im Lungau.

Auch ein „Vinzenz Goller Haus“ ist in St. Andrä zu finden; hierin befindet sich mit dem Infopoint ein Büro des Tourismusvereins Brixen.

Der Urlaubsort St. Andrä

St. Andrä ist allen Besuchern, die auf die Plose fahren möchten, ein Begriff. Denn hier befindet sich die Talstation der Umlaufbahn auf den Hausberg von Brixen. Aufgrund der Lage, welche einen unverwechselbaren Blick auf die Stadt Brixen bietet, wird St. Andrä auch gerne als Urlaubsort gewählt.

Die nahe gelegene Stadt Brixen lädt jederzeit zu einem Stadtbummel ein, zugleich ist St. Andrä auch der ideale Ausgangspunkt für sportliche und alpine Aktivitäten in der umliegenden Bergwelt.

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