Kloster Säben Eisacktal

Kloster Säben in Klausen – Akropolis Tirols

Hoch über dem Ufer der Eisack und über der Stadt Klausen im Südtiroler Eisacktal erhebt sich auf einem Fels das Kloster Säben. Das Kloster Säben erhielt seinen Namen von dem gleichnamigen Berg, auf dem es erbaut wurde. Die hohe Lage lässt das Kloster Säben weithin sichtbar sein. Dies dürfte auch der Grund für dessen hohen Bekanntheitsgrad sein. Denn sowohl von der Brenner-Autobahn als auch von der Staatsstraße, welche von Brixen nach Bozen verläuft, ist das Kloster Säben gut zu sehen.

Wer zum Kloster Säben gelangen möchte, der muss einen relativ steilen Aufstieg vom Zentrum von Klausen bis hinauf zur Klosteranlage zurücklegen. Dieser Aufstieg und die hohe, erhabene Lage von Kloster Säben haben dem Kloster unter den Tirolern den Beinamen „Akropolis Tirols“ eingebracht. Säben wird auf Lateinisch „Sabiona“ genannt. Im Zusammenhang mit dem Säbener Berg spricht man auch vom Heiligen Berg, da sich hier das Zentrum des Glaubens befand. Von hier aus wurde der christliche Glaube in ganz Südtirol verbreitet.

Die Geschichte des Klosters

Die Örtlichkeit, an dem sich das Kloster Säben befindet, war schon vor sehr, sehr langer Zeit besiedelt. Bereits im 4. Jahrtausend vor Christus haben hier die Menschen gesiedelt. Heute geht man davon aus, dass der Bereich der heutigen Klosteranlage durchgängig besiedelt wurde.

Etwa im 4. Jahrhundert nach Christus spielte Säben sowohl aus militärischer wie auch aus wirtschaftlicher Sicht eine bedeutende Rolle. Wirtschaftlich war das Gebiet vor allem wegen des Bergbaus von Bedeutung. Etwa um das Jahr 400 nach Christus wurden die damals vorhandenen Hütten, welche vorhanden waren, abgerissen und eine Kaserne errichtet. Die Kaserne war relativ ärmlich ausgestattet und wurde nach römischem Vorbild erbaut.

Um das Jahr 600 nach Christus wurde eine Kirche, die Heilig Kreuz Kirche errichtet, die das Zentrum einer Siedlung für den Klerus werden sollte. In der Folgezeit bis etwa 960 nach Christus befand sich auf Säben der Bischofssitz. Zirka um das Jahr 960 wurde der Bischofssitz dann nach Brixen verlegt.

Ein bedeutendes Jahr für das heutige Kloster Säben war das Jahr 975 nach Christus. In diesem Jahr wurde Säben zum Kloster ernannt. In der Folgezeit spielte das Kloster Säben eine immer größere Rolle. Säben wurde zur bischöflichen Hauptburg ausgebaut und diente dem Bischof in Krisenzeiten als Trutzburg. Ein weiterer Ausbau der Anlage erfolge im 11. und 13. Jahrhundert. Neue Wehrbauten und ein Palastbau wurde gebaut und die Heilig Kreuz Kirche wurde ebenfalls neu errichtet. Aus einer Urkunde aus dem Jahr 1075 ist bekannt, dass ab diesem Jahr ein Burggraf die Verteidigung und Verwaltung der Anlage übernommen hat. Im 14. Jahrhundert erfuhr die Anlage nochmals Änderungen; so wurde die Marienkapelle erweitert und die Heilig Kreuz Kirche gotisiert.

Ein „schwarzes Jahr“ war für Säben das Jahr 1533. In diesem Jahr zerstörte ein Feuer, welches durch einen Blitzschlag ausgelöst wurde, nahezu die komplette Anlage. Als Folge wurde der Sitz des Hauptmannes nach Branzoll verlegt. Für etwa 150 Jahre tat sich dann auf Säben so gut wie gar nichts. Erst in der Zeit von 1652 bis 1658 erbauten die Bürger von Klausen die Liebfrauenkirche neu. Ebenso wurde die Heilig Kreuz Kirche umgebaut und das Frauenkloster errichtet. Die Benediktinerinnen vom Nonnsberg aus Salzburg zogen schließlich im Jahr 1685 in das Frauenkloster.

Im Jahr 1796 wurden in Säben österreichische Truppen einquartiert, als diese von Napoleon in der Lombardei besiegte und Trient besetzte. Dass im Jahr 1797 Säben nicht zu einer Festung ausgebaut wurde, ist den Bauern zu verdanken. Diese weigerten sich, die Schanzarbeiten auszuführen und verhinderten damit den Ausbau zur Festung.

Die bayrische Regierung hatte am 25.08.1808 Säben aufgehoben; in Klausen wurde die Kircheneinrichtung versteigert. Schon im Jahr 1809 wurde das Kloster wieder erlaubt.

Um das Jahr 1880 nach Christus musste die Klosteranlage saniert werden, da der Felsen drohte abzurutschen.

1974 wurde das Kloster Säben in die Beuroner Kongregation aufgenommen.

Ein Besuch der Klosteranlage

Wie bereits erwähnt, muss man für einen Besuch der Klosteranlage einen relativ steilen Weg von Klausen aus zurücklegen. Die heutige Klosteranlage besteht aus vier Kirchen. Neben der Heilig Kreuz Kirche befinden sich hier die Liebfrauenkirche, die Klosterkirche und die Marienkapelle. Vor allem die Liebfrauenkirche ist einen Besuch wert. Hier befinden sich im Deckengemälde acht Marienleben-Bilder, die Stephan Kessler, ein Tiroler Barockmaler, geschaffen hat.

Vom Kloster aus hat man einen herrlichen Blick auf das Eisacktal. Sicherlich zerstört die durch das Eisacktal führende Hauptverkehrsader – die Brenner-Autobahn – einen Teil des idyllischen Ausblicks. Dennoch ist ein Besuch von Kloster Säben jedem zu empfehlen, der sich in der Gegend um Klausen aufhält bzw. hier einmal eine Rast einlegen kann.

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